Geschichte


Die ersten Indianer kamen mindestens 2000 Jahre vor Christus nach Kuba und als Kolumbus 1492 vor Anker ging, lebten auf der Insel ca. 200.000 Indianer, die meisten von ihnen waren Tainos. 5o Jahre später waren es dann nur noch 5000, denn nur so wenige hatten die ersten Jahrzehnte spanischer Eroberung überlebt. Kämpfe gegen die überlegenen Unterdrücker, brutale Sklaverei, die eingeschleppten Infektionskrankheiten und Massaker bei Strafexpeditionen führten leider zur beinahe Ausrottung der Ureinwohner.  Heute haben nur noch sehr wenige Kubaner Indioblut in den Adern. Einige leben heute noch in kleinen Dörfern im Osten des Landes als Kleinbauern. Sie sind stolz auf ihre Vorfahren und wollen über ihre Geschichte und Tradition informieren. Leider sind hierzu nur spärliche Spuren geblieben, die man in Museen nachvollziehen kann. Weil eine Show mehr Touristen anzieht als Schautafeln, tanzen Indios zum Beispiel in der Nähe des Ferienortes Vinales im Westen der Insel vor den Cuevas del Indio. In diesen Höhlen hatten ihre Vorfahren im 16. Jahrhundert gehaust und nicht etwa weil sie nichts besseres kannten, im Gegenteil die Tainos konnten hervorragend stabile eckige und runde Hütten bauen, sondern die Höhlen waren meist immer ihr letzter Zufluchtsort vor den brutalen spanischen Verfolgern. Leider hat es ihnen nicht viel genutzt.
Das Museo Inducubano Bani in Banes, welches ca. 70 Kilometer nordöstlich von Holguin und ungefähr 30 Kilometer südlich von Guardalavaca sollten sie unbedingt besuchen, wenn sie sich weiter für die Geschichte interessieren, denn das Museum bündelt die Funde vieler Ausgrabungen zu der interessanten Kultur der Tainos.

Ca. 2000 v. Chr

Es kamen die ersten Siedler. Bevor Kolumbus Kuba entdeckte, lebten hier noch Indianer schon seit Jahrtausenden, denn eindeutige Funde reichen bis in die Zeit zurück.

1492

beginnt die Kolonialherrschaft, denn Kolumbus landet auf seiner ersten Fahrt an der Nordküste Kubas und für die Ureinwohner brechen schlimme Zeiten an, denn sie werden fast vollständig ausgerottet. Für  Tabak- und Zuckeranbau  holen die Kolonialherren immer mehr Sklaven. Ab dem  19. Jahrhunderts leben auf der Insel 400.000 Afrikaner und die Zahl der Gesamtbevölkerung liegt bei 550.000. Die gewinne der wenigen Plantagenbesitzer machten Kuba zur reichsten Kolonie der Welt.

1868-1902

Freiheitskämpfe. Zwar wurde der Sklavenimport 1865 durch Spanien gestoppt aber im ersten Befreiungskrieg unterliegen die Aufständischen der Kolonialmacht. Trotz alle dem schöpfen sie Mut, denn der Dichter und Denker José Marti impft ihnen die Idee von Freiheit und sozialer Gerechtigkeit ein: „Cuba libre“. Es entsteht ein zweiter Kampf 1895 und die spanische Herrschaft geriet ins Wanken. 1898 besitzen dann Truppen der USA die Insel und installieren eine Militärherrschaft.

1902-1952

Amerikas Einfluss: 1902 wird Kuba proklamiert aber Politik und Wirtschaft sind de facto in den Händen der USA. Die Korruption in der sog. Pseudo-Demokratie blüht und die Kluft zwischen Arm und Reich wächst immer mehr. 1925 wird General Machado zum Präsidenten gewählt und herrscht diktatorisch. 1933 wird er  gestürzt von den USA. 1934 wächst der Einfluss von Batistas als Armeechef und 1940 wird er zum Präsidenten gewählt.1952 erhält er eine Wahlniederlage aber kommt durch einen Militärputsch wieder an die Macht und erzeugt eine Elite aus dem US-Geldadel und Mafia, die in Saus und Braus leben. Kuba verkommt zur Spielhölle und zum Bordell der USA. Die Mehrheit lebt in tiefer Armut.

1953-1958

Aufstände: Im Jahre 1953 scheitert der Versuch des Rebells Fidel Castro mit einer Gruppe linker Studenten die Moncada- Kaserne in Santiago zu stürmen und Castro wird daraufhin auf der Isla de la Juventud inhaftiert und nach 2 Jahren entlassen, da Batista den 29. Jährigen unterschätzt. Im Exil in Mexico trifft Castro auf Che Guevara und sammelt neue Kräfte. 1956 kommt er mit einer kleinen Truppe an der Südküste an aber die Revolutionäre werden fast alle von Batistas aufgerieben und wenige überlebende retten sich in die Berge Sierra Maestra, wo Castro einen weiteren Widerstand organisiert. Die Rebellenbewegung erfasst nun das ganze Land und Ende 1958 ist Batistas Armee endlich geschlagen und der Diktator flieht 1959.

1959

beginn der Revolution und Wandel: Als junger Rebell erobert Castro kurz die Herzen der Welt und 1959 beginnt seine Siegesfahrt von Santiago nach Havanna und im Februar wird Che sein engster Mitarbeiter und er Regierungschef. Gemeinsam bewirken sie einen rasanten Wandel des Landes.

1960/61

Handelsembargo und Invasion: Auf die Enteignung von US-Unternehmen reagiert Washington 1960 mit einem Handelsembargo und 1961 brechen Kuba und die USA ihre diplomatischen Beziehungen ab. Der Geheimdienst der USA plant einen Umsturz in Kuba, aber sie rechnen nicht damit, dass die Mehrheit hinter ihrem „Máximo Lider“ steht und sie scheitern. 1961 proklamiert Castro das sozialistische Kuba.

1962-1989

Krise und Dissidenten: Der Staatschef der Sowjetunion Chruschtschow und mit Castro befreundet bringt in Kuba Mittelstreckenraketen in Stellung auf die USA. Kennedy verhängt daraufhin eine Seeblockade und fordert den Abbau. Die Welt stand hier am Rande eines Atomkrieges und atmete auf, als sich Moskau am 28. Okt. 1962 beugte. Jedoch behält die USA die Handelsblockade aufrecht. Zunächst macht es Kuba nichts aus, da die Sowjetunion Beistand leistet, ihnen billig Erdöl liefert und selber billig Zucker zum Subventionspreis. Jedoch verschlechtert sich in den siebziger und achtziger  Jahren die wirtschaftliche Situation durch Fehlplanungen und Monokultur und auch das verbesserte Gesundheitssystem und die freie Bildung sind für viele Kubaner kein Trost mehr. Tausende fliehen in die USA, Dissidenten kommen ins Gefängnis und viele Klagen über Menschenrechtsverletzungen nehmen zu.

1990

Beginn der Periodo Especial. Castro hält nichts von dem Umbau des sozialistischen Systems und sagt dies Gorbatschow sogar 1989 persönlich in Hanvanna. Also findet die große politische Wende ohne Kuba statt. Und mit dem Zusammenbruch der UDSSR verliert die Insel nun auch noch ihren wichtigsten Wirtschaftspartner. Die Exporte sinken immer mehr, es wird alles weniger und der Notstand bricht aus. Daher bezeichnet Castro diese Zeit selber als „Periodo Especial“. Er lässt nun auch Gefangene aus dem Gefängnis frei, aber die Büger verlieren trotz alle dem nicht ihre Unzufriedenheit. Die Gesellschaft teilt sich und 1993 wird dann der Besitz von US- Dollars legalisiert und wer diese nun besitzt ist klar im Vorteil beim Einkauf.

1994

Massenflucht per Boot.  Tausende versuchen täglich aus selbstgebauten Booten nach Florida zu flüchten und ertrinken oder verdursten dabei auf hoher See. Castro hält nun keinen mehr auf bei der Flucht und 1994 fliehen daher täglich rund 2000 Kubaner. Die USA reagiert mit dieser Massenflucht nicht mehr mit offenen Armen, sondern behandeln die Menschen als illegale Einwanderer  und bringt diese US- Flottenstützpunkt Guantánamo. Ein Kompromiss wird daher  mühsam ausgehandelt: Die USA  lassen jährlich 20.000 Kubaner ins Land und dafür unterbindet Havanna den Exodus erneut.

1996

Neue US- Sanktionen und der Boom im Tourismus. 1996 schießt Kubas Luftwaffe zwei US-Kleinluftzeuge ab, wobei vier Exilkubaner ums leben kommen. Nun verschärfte Washington mit dem „Helms-Burton-Gesetz“ erneut die Sanktionen. Doch die Liberalisierung im Tourismusgeschäft beschert der Insel einen großen Gästeboom. Viele Luxushotels entstehen, Privatleute beginnen Zimmer zu vermieten und Restaurants entstehen. So werden viele Dollars eingenommen und der Staat kassiert dadurch viel Steuern. Viele Gelehrte werden dadurch zu Taxifahrern oder Kellnerinnen, da das hohe Trinkgeld lockt.

Ab 1998

Kritiker kommen. Johannes Paul II besucht Kuba und viele Menschen bekommen dadurch wieder Hoffnung. Anfang 2002 bauen die USA Guantánamo zu einem Hochsicherheitsgefängnis um, um dort Al Qaida und Taliban zu internieren. 2002 staunt die Bevölkerung als der ehemalige US-Präsident Carter live auf Spanisch im Staatsfernsehen das Embargo rügt und auch das politische System Kubas. Ende Juni im gleichen Jahr erklärt das Parlament den Sozialismus zum unwiderruflichen Verfassungsgrundsatz und verkündet visionär, dass der „Kapitalismus nie mehr nach Kuba zurückkehren“ werde. Der US Dollar ist seit November 2004 wieder als offizielles Zahlungsmittel abgeschafft und durch den "Peso Convertible" ersetzt worden.